Wir alle haben bereits schon mehrmals die schmerzhafte Erfahrung gemacht, uns von den Vorlieben zu einer bestimmten Mannschaft blenden zu lassen, und so auf das falsche Resultat getippt. Es ein ungeschriebenes Gesetz, auf die eigene Mannschaft wettet man nicht. Diese alte Weisheit ist uns längst bekannt, aber trotzdem kommen wir immer wieder in Versuchung, es trotzdem zu tun.

Warum wettet man nicht auf die eigene Mannschaft?

Bereits in meinen frühen Jahren habe ich diese Erfahrung gemacht, als glühender Fan meiner Mannschaft war ich vor jeder Partie sicher, wir werden gewinnen, weil... ja weil wir müssen. Wir brauchen die Punkte. Wir werden gewinnen. Ich hab mir das immer wieder so lange eingeredet, bis ich fest daran geglaubt habe. Und mit dem Glauben an den Sieg, lässt es sich schnell mal ein paar Euro wetten. Auf zum nächsten Wettbüro oder zur nächsten Anmeldestelle, und schon ist die Wette platziert. Mobiles Wetten gab es damals noch nicht.

Beim Spiel mitgefiebert, gehofft, gebangt, und schon war die Wette wieder verloren. Klar haben wir gewonnen auch ab und zu, aber größtenteils war es letztendlich doch eine verlorene Wette. Somit hab ich schon in meiner Jugend gelernt, auf die eigene Mannschaft wettet man nicht. Aber warum ist das so?

Die rosarote Brille beim Sportwetten

Ganz klar, man sieht das Spiel durch die rosarote Brille. In meinem Fall war es heute wieder soweit, ich hab das Spiel durch die rosarote Brille - in meinem Fall war sie dann doch rot-weiß-rot - gesehen. Österreich gegen Irland, Heimspiel, EM Qualifikation. Abgesehen von der vergangenen EM 2016, in der Österreich weit unter seinen Erwartungen geblieben ist, tut sich was bei der Mannschaft. Wir werden wieder wer, Österreich ist am aufsteigenden Ast. Somit war ich überzeugt, wir gewinnen das heute. Wir müssen gewinnen. Ich glaubte wieder fest daran, und hatte meine Erfahrungen aus der Jugend vergessen, verdrängt. Außerdem war ich reifer, ich kannte mich ja mittlerweile mit Wetten aus.

Halbzeit, Österreich geht mit einem 0 zu 0 in die Kabinen, als die klar bessere Mannschaft, gesehen mit meiner rosaroten Brille. Wir hatten mehrere Chancen, wir hatten mehrere Ecken. Ich war überzeugt, wir können noch eins drauf setzen. Somit spielte ich eine Handicap Wette auf die Ecken. Österreich bekommt mehr Ecken, mit Handicap 0:3. Zur Halbzeit stand es 4:2 in Ecken, wir werden mehr drücken, wir sind die Heimmannschaft. Außerdem ist das ein sicherer Tipp, die Wette geht auf, selbst wenn Österreich das Spiel nicht gewinnt, in Ecken gewinnen wir!

Wie das ganze ausgegangen ist?

Ein schmerzhaftes Ende

Österreich kommt aus der Kabine, drückt, ein ganz klein wenig. Kassiert einen Konter. Bekommt ein Tor. Und dann war es noch dazu die irische Mannschaft, die das Spiel gemacht hat. Selbst meine Handicap-Ecken-Wette ist nicht aufgegangen und ich bin wieder ein klein wenig schlauer geworden, bzw. wurde mir meine in der Jugend erlernte Weisheit wieder schmerzhaft in Erinnerung gerufen - auf die eigene Mannschaft wettet man nicht!